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      <title>Walter Benjamin&#13;„Ein Weihnachtsengel‟</title>
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      <pubDate>Sat, 25 Dec 2010 22:02:23 +0100</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.sandaleimorion.eu/sio/variae_d/Entries/2010/12/25_Walter_BenjaminEin_Weihnachtsengel_files/fanelli_angel.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.sandaleimorion.eu/sio/variae_d/Media/object005_1.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:250px; height:160px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Mit den Tannenbäumen begann es. Eines Morgens, noch ehe Ferien waren, hafteten an den Strassenecken die grünen Siegel, die die Stadt wie ein grosses Weihnachtspaket an hundert Ecken und Kanten zu sichern schienen. Dann barst sie eines schönen Tages dennoch und Spielzeug, Nüsse, Stroh und Baumschmuck quollen aus ihrem Innern: der Weihnachtsmarkt. Mit ihnen quoll noch etwas anderes hervor: die Armut. Wie nämlich Äpfel und Nüsse mit ein wenig Schaumgold neben dem Marzipan sich auf dem Weihnachtsteller zeigen durften, so auch die armen Leute mit Lametta und bunten Kerzen in den bessern Vierteln. Die Reichen schickten ihre Kinder vor, um jenen der Armen wollene Schäfchen abzukaufen oder Almosen auszuteilen, die sie selbst vor Scham nicht über ihre Hände brachten. Inzwischen stand bereits auf der Veranda der Baum, den meine Mutter insgeheim gekauft und über die Hintertreppe in die Wohnung hatte bringen lassen. Und wunderbarer als alles, was das Kerzenlicht ihm gab, war, wie das nahe Fest in seine Zweige mit jedem Tage dichter sich verspann. In den Höfen begannen die Leierkästen die letzte Frist mit Chorälen zu dehnen. Endlich war sie dennoch verstrichen und einer jener Tage wieder da, an deren frühesten ich mich hier erinnere. In meinem Zimmer wartete ich, bis es sechs werden wollte. Kein Fest des späteren Lebens kennt diese Stunde, die wie ein Pfeil im Herzen des Tages zittert. Es war schon dunkel, trotzdem entzündete ich nicht die Lampe, um den Blick nicht von den Fenstern überm Hof zu wenden, hinter denen nun die ersten Kerzen zu sehen waren. Es war von allen Augenblicken, die das Dasein des Weihnachtsbaumes hat, der bänglichste, in dem er Nadeln und Geäst dem Dunkel opfert, um nichts zu sein als ein unnahbares, doch nahes Sternbild im trüben Fenster einer Hinterwohnung. Und wie ein solches Sternbild hin und wieder eins der verlassnen Fenster begnadete, indessen viele weiter dunkel blieben und andere, noch trauriger, im Gaslicht der frühen Abende verkümmerten, schien mir, dass diese weihnachtlichen Fenster die Einsamkeit, das Alter und das Darben – all das, wovon die armen Leute schwiegen – in sich faßten. Dann fiel mir wieder die Bescherung ein, die meine Eltern eben rüsteten. Kaum aber hatte ich so schweren Herzens wie nur die Nähe eines sichern Glücks es macht, mich von dem Fenster abgewandt, so spürte ich eine fremde Gegenwart im Raum. Es war nichts als ein Wind, so daß die Worte, die sich auf meinen Lippen bildeten, wie Falten waren, die ein träges Segel plötzlich vor einer frischen Brise wirft:&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;›Alle Jahre wieder &lt;br/&gt;Kommt das Christuskind&lt;br/&gt;Auf die Erde nieder &lt;br/&gt;Wo wir Menschen sind‹&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;– mit diesen Worten hatte sich der Engel, der in ihnen begonnen hatte, sich zu bilden, auch verflüchtigt. Nicht mehr lange blieb ich im leeren Zimmer. Man rief mich in das gegenüberliegende, in dem der Baum nun in die Glorie eingegangen war, welche ihn mir entfremdete, bis er, des Untersatzes beraubt, im Schnee verschüttet oder im Regen glänzend, das Fest da endete, wo es ein Leierkasten begonnen hatte.</description>
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      <title>Else Lasker-Schüler&#13;„Wie ich zum Zeichnen kam‟</title>
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      <pubDate>Sat, 9 Oct 2010 23:35:15 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.sandaleimorion.eu/sio/variae_d/Entries/2010/10/9_Else_Lasker-SchulerWie_ich_zum_Zeichnen_kam_files/fnpg_img-blumen-die-freundschaft-sch.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.sandaleimorion.eu/sio/variae_d/Media/object021.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:252px; height:398px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Wahrscheinlich so: Meinen Buchstaben ging die Blüte auf – über Nacht; oder besser gesagt: über die Nacht der Hand. Man weiß eben nicht – in der Dunkelheit des Wunders. Blicke ich über einen Grasplatz wie über einen runden Bogen voll grüner Buchstaben oder über einen herbstlichen Garten, rauschendem Schreiben der Erdhand, der Urkunde Gottes, so löst sich das Rätsel. – Wie ich zum Zeichnen kam? Ganz genau wie das Laub sich nach der Blume sehnt, so zaubert die Sehnsucht meiner lebendigen Buchstaben das Bild in allen Farben hervor. Nicht zu erzwingen… Manch einer aber warte nur vertrauend auf den Mai seiner Schrift.&lt;br/&gt;</description>
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      <title>Dante&#13;„Nos autem, cui mundus est patria velut piscibus equor‟</title>
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      <pubDate>Fri, 18 Jun 2010 15:48:42 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.sandaleimorion.eu/sio/variae_d/Entries/2010/6/18_DanteNos_autem,_cui_mundus_est_patria_velut_piscibus_equor_files/137_333.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.sandaleimorion.eu/sio/variae_d/Media/object002_1.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:250px; height:182px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Nos autem, cui mundus est patria velut piscibus equor, quanquam Sarnum biberimus ante dentes et Florentiam adeo diligamus ut, quia dileximus, exilium patiamur iniuste, rationi magis quam sensui spatulas nostri iudicii podiamus. Et quamvis ad voluptatem nostram sive nostre sensualitatis quietem in terris amenior locus quam Florentia non existat, revolventes et poetarum et aliorum scriptorum volumina quibus mundus universaliter et membratim describitur, ratiocinantesque in nobis situationes varias mundi locorum et eorum habitudinem ad utrunque polum et circulum equatorem, multas esse perpendimus firmiterque censemus et magis nobiles et magis delitiosas et regiones et urbes quam Tusciam et Florentiam, unde sumus oriundus et civis, et plerasque nationes et gentes delectabiliori atque utiliori sermone uti quam Latinos.&lt;br/&gt;</description>
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      <title>Der Sprachenstein</title>
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      <pubDate>Sat, 29 May 2010 20:26:37 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.sandaleimorion.eu/sio/variae_d/Entries/2010/5/29_Der_Sprachenstein_files/Opal_Andamooka.JPG.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.sandaleimorion.eu/sio/variae_d/Media/object095.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:250px; height:182px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Wil du mirs immer danken, ich gebe dir einen stein,&lt;br/&gt;der dich die sprâche lêre. der zunge ist dehein,&lt;br/&gt;swenne dîn zunge besliuzet den stein in den munt,&lt;br/&gt;swaz imen wider dich sprichet, daz ist dir allez kunt &lt;br/&gt;(Ortnit, 245-48).&lt;br/&gt;</description>
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      <title>The Translators to the Reader</title>
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      <pubDate>Wed, 19 May 2010 19:33:23 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.sandaleimorion.eu/sio/variae_d/Entries/2010/5/19_The_Translators_to_the_Reader_files/object035.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.sandaleimorion.eu/sio/variae_d/Media/object096.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:250px; height:344px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Translation it is that openeth the window, to let in the light; that breaketh the shell, that we may eat the kernel; that putteth aside the curtain, that we may look into the most Holy place; that removeth the cover of the well, that we may come by the water,  even as Jacob rolled away the stone form the mouth of the well, by which means the flocks of Laban were watered.</description>
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      <title>Luther übër Übersetzen</title>
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      <pubDate>Sat, 20 Mar 2010 17:03:39 +0100</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.sandaleimorion.eu/sio/variae_d/Entries/2010/3/20_Luther_uber_Ubersetzen_files/Maestro_XII_Apostoli.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.sandaleimorion.eu/sio/variae_d/Media/object097.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:250px; height:182px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Nec translatores debent esse soli, denn eim einigen fallen nicht allzeit gut et propria verba zu.</description>
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